Felix Krause ist einer der Menschen, die sich selbst wohl nie in den Mittelpunkt stellen würden. So habe ich ihn am Anfang meiner Selbstständigkeit kennengelernt. Ruhig, besonnen und gut gelaunt. Hier und da haben wir uns geholfen. Sich gegenseitig unterstützt.

Umso mehr war ich erfreut als er dann plötzlich genau dort stand: im Zentrum des Geschehens. Eingekauft von Twitter mitsamt seines Projekts Fastlane. Doch wenn Sie jetzt denken der Name war Programm, irren Sie sich. Er hatte schon vor Fastlane erfolgreiche Projekte mit funktionierenden Geschäftsmodellen erstellt. Der Erfolg kam wie so oft nicht über Nacht, sondern durch kluges Handeln und viel Fleiß. Und jetzt hies es: Ab nach Amerika!

Ein Riesenerfolg für ihn!
Und auch andere haben es “geschafft”… den Sprung nach Amerika. Wo die Großen spielen. Wo etwas bewegt werden kann.
Ja, selbst die Wirtschaftskammer Österreich bietet ein Programm an, das sich “Go Silicon Valley” nennt. Es funktioniert!
Kontakte werden geknüpft, Zugang zu Investoren geschaffen. Mitarbeiter eingestellt. Es werden Arbeitsplätze geschaffen, gewirtschaftet und Umsatz generiert. In Amerika.

Keine Frage, dort liegt weit mehr wirtschaftliche Kraft und Macht als in Österreich. Natürlich.

Dennoch heißt Status-Quo nicht das es gut ist und so bleiben muss. Wir befinden uns wirtschaftlich in einem Wettbewerb. Wir bilden Gruppen und Netzwerke um besser im Wettbewerb zu bestehen, um stärker zu sein. Das schafft uns Auswahl bei den Kunden. Wir können mit jenen Arbeiten, mit denen wir arbeiten wollen. Jene die sich nicht so sehr darum kümmern, die nicht stetig AN ihrem Unternehmen arbeiten, finden sich mit dem Rest ab. Das ist unser System. Es hat sich durchgesetzt, anscheinend wird es akzeptiert.

Deshalb erlaube ich mir hier auch frech zu fragen, warum wir nicht unsere Position im Wettbewerb stärken wollen? Warum wollen nicht WIR, als die Wirtschaft in Österreich, den Erfolg in Form von unseren Unternehmerstars behalten? Oder sogar so attraktiv sein, dass wir Stars aus anderen Ländern anziehen?

“Doch halt – was ist mit der EU? Das ist doch Patriotismus!!”
Ich empfinde es eher als Realismus. In der EU spielen zu viele Interessen als das wir hier etwas in absehbarer Zeit bewegen können.
Damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt. Warum jetzt?

Die Antwort lächelt uns tagtäglich in den Medien entgegen.

Donald Trump

Für viele ist Trump ein Schrecken. Die Inkarnation der gesellschaftlichen Blödheit. Egozentrisch. Naiv. Gefährlich für die Welt.
Das mag stimmen oder auch nicht.
Doch eines ist er ganz sicher: Eine Chance!

Trumps Mauer die er zu der Welt errichtet, sowohl die echte als auch die gefühlte, ist aus meiner Sicht eine Riesenchance davon zu profitieren.
Im internationalen Wettbewerb eine Scheibe der wirtschaftlichen Stärke der USA abzuschneiden.

Was bringt es uns?

  • Arbeitsplätze, Wohlstand, positiveres Denken, Chancen!, Freiheit, ENTWICKLUNG!

Warum gerade Österreich?

Ich war am Mittwoch den 15.02.17 auf einer Veranstaltung der WKO. Dabei hat sie selbst alle Antworten auf diese Frage innerhalb der ersten 5 Minuten geliefert.

  • Wien ist ein diplomatisch wichtiger Bestandteil der Welt. Hier werden Hände geschüttelt.
  • Mehr als 200 Headquarters von internationalen Unternehmen befinden sich in Österreich.

Wie sieht die Politik das?

Flexibilität ist wohl ein Wort, das wir bei großen Konzernen und in der Politik nicht erwarten dürfen.

Arian Simon Sebastian Kurz

Als ich das Thema “Trump und Chancen” gegenüber Österreichs Außenminister Sebastian Kurz äußerte, waren die Antworten zurückhaltend. Vielleicht ist es noch zu früh. Es wird weiter auf gute Zusammenarbeit mit den USA gesetzt, gehofft. Ich hatte das Gefühl, dass alleine der Gedanke zuviel des Guten war. David denkt gar nicht daran gegen Goliath anzutreten. Dafür haben wir bemerkt, dass wir einen gemeinsamen Bekannten haben: Felix Krause.

Warum verschenkt Österreich Potential?

Unsere Mentalität. Wirtschaft, nach Wachstum streben, erfolgreich sein oder am Weg scheitern. Das wird bei uns alles schon ein bisschen schief beäugelt.
Sind wir zu faul und deshalb manchmal geneigt neidisch zu sein?
Vielleicht auch ein wenig zu ängstlich?
Geprägt von der verbreiteten öffentlichen Meinung?

Eine Diskussion die ich an dieser Stelle nicht führen will. Deshalb lasse ich die Fragen im Raum stehen.

Ist Trump eine Chance für uns, den einzelnen Unternehmer?

Das Verhalten und die Aktionen die Trump setzt empfinde ich als starkes Signal, dass in den USA tiefgreifende Änderungen kommen. In vielen Bereichen. Die nächsten 4 Jahre werden wohl gekennzeichnet durch Ecken und Kanten sein. Für Unternehmer die sich bereits erfolgreich Geschäftsbeziehungen in den USA aufgebaut haben, kann das eine Gefahr sein. Für alle anderen sehe ich es als Chance. Veränderte Umstände schaffen veränderte Bedürfnisse. Diese Bedürfnisse gilt es im richtigen Moment zu identifizieren, um Lösungen dafür zu entwickeln.

Wie schon immer: wer sich anpasst, gewinnt!

Worauf kommt es an um Österreich auch zu Unternehmerreich zu machen?

Geld. Die Menschen die es besitzen. Investoren. Hier gilt es Rahmenbedingungen zu schaffen, die für das Geld attraktiv sind. Schaffen wir es das Geld nach Österreich zu holen, haben wir auch alle etwas vom Erfolg unserer Unternehmerstars.

Sebastian Kurz hat am 15.02.17 uns Unternehmer gebeten medial unsere Gedanken mitzuteilen. Das ist mein erster Beitrag.